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Heimatverein sorgt sich um die Trafostation in der Königstraße

Ein Symbol ihrer Zeit

Appelhülsen -

Ein historisch markanter Zeitzeuge oder eine leere Hülle ohne Denkmalwert? Der Heimatverein setzt sich für den Erhalt der Trafostation an der Königstraße ein. Als Denkmal ist diese bisher nicht eingetragen.

Von Ludger Warnke

 

Am Ende der Königstraße in Appelhülsen trifft man auf die alte Turmtrafostation als Mittelpunkt des Rondells, umgeben von Wohnbebauung. In der rechten Bildhälfte hinter den Absperrbaken ist die neue Kompaktstation zu sehen. Foto: Frank Vogel

 

Der Heimatverein Appelhülsen sorgt sich um die alte Turm-Trafostation an der Königsstraße. Die Westnetz GmbH hat alle Technik ausgebaut und direkt nebenan eine moderne Kompaktstation in Betrieb genommen. Der Heimatverein befürchtet nun den Abriss der alten Station, die die Bezeichnung „10 kV-Station Appelhülsen-Dorf“ trägt und die von einer auffälligen Schieferhaube geprägt ist. „Das wäre der Verlust eines historisch markanten Zeitzeugen“, erklärt Edgar Winter , Vorsitzender des Heimatvereins.

 

Wie alt die Turmstation an der Königstraße ist, dazu liegen der Westnetz GmbH keine Aufzeichnungen vor. Die älteste Unterlage, eine technische Zeichnung, datiert von 1978. In Gesprächen mit alteingesessenen Appelhülsenern heißt es, dass die Station nach Kriegsende, also in der zweiten Hälfte der 1940er-Jahre errichtet worden sein soll.

 

Nach Auskunft von Ingrid Meering , Pressesprecherin der Westnetz, haben sich an der Turmstation an mehreren Stellen die aufgeklebten Riemchenklinker gelöst und sind herabgefallen. Da die Station schon alt sei und in der Regel Trafostationen alle 40 bis 50 Jahre ausgetauscht werden, habe man sich für die Aufstellung einer neuen Kompaktstation entschieden, in der die moderne Technik platzsparend untergebracht ist. Da die Station nicht von Fledermäusen genutzt wird (Meering: „Wir haben das untersuchen lassen.“) wäre ein Abriss nun möglich. Die Alternative: Die Gemeinde Nottuln als Eigentümerin des Grundstücks übernimmt die Station. In­grid Meering: „Wir haben der Gemeinde die Station angeboten und sind bereit, sie kostenlos abzugeben.“

 

Deshalb hat sich der Heimatverein Appelhülsen auch in einem Brief an die Gemeinde Nottuln gewandt. Darin erklärt Edgar Winter als Vorsitzender: „Diese Art Trafohäuschen, die es früher praktisch in jedem Ort gab, haben durch ihre Funktion und Gestaltung Ortschaften geprägt. Sie waren Symbole ihrer Zeit. Heute werden sie vom Netz genommen und abgerissen, ein Verlust historisch markanter Zeitzeugen.“

 

Nach Ansicht des Heimatvereins müsste es auch im Interesse der Gemeinde sein, derartige Gebäude, selbst wenn sie nicht unter Denkmalschutz stehen, zu erhalten. Edgar Winter schreibt: „Ich wäre Ihnen deshalb dankbar, wenn Sie mir mitteilen würden, ob und unter welchen Voraussetzungen das Trafohäuschen erhalten bleiben könnte. Selbstverständlich ist der Heimatverein bereit, sich gegebenenfalls für den Erhalt dieses Gebäudes einzusetzen.“

 

Eine Entscheidung, wie man mit der Trafostation verfahren soll, hat die Gemeinde noch nicht getroffen. Nach Auskunft von Fachbereichsleiter Jonas Sonntag ist das Gebäude gegenwärtig nicht als Denkmal eingetragen. Ob eine Denkmalwürdigkeit besteht, wird derzeit geprüft. Die Denkmalpflege beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe wurde um eine Expertise gebeten. Diese liegt aber noch nicht vor.

 

 

Heimatverein Appelhülsen

 

Protokoll der Mitgliederversammlung am 27. Januar 2020

 

-Edgar Winter eröffnete die form- und fristgerecht einberufene Versammlung.

Er konnte 65 Mitglieder begrüßen.

-Nach dem Gedenken an die verstorbenen Vereinsmitglieder verlas der Schriftführer Klaus Kisse das Protokoll der Mitgliederversammlung vom

28. Januar 2019.

-In seinem nachfolgenden Jahresbericht fasste er kurz die vielen Aktivitäten des Heimatvereins im Jahr 2019 zusammen.

-Seitens der Anwesenden wurden keine Einwände gegen das Protokoll und gegen den Jahresbericht erhoben.

-Der Kassenbericht wurde von Ingrid Wolken vorgetragen. Sie informierte die anwesenden Mitglieder über die Ein- und Ausgaben und die Rücklagen des Heimatvereins im Jahr 2019.

-Die Kassenprüfer Klemens Bause und Adele Koch haben im Januar 2020 die Kassenführung des Heimatvereins überprüft und als einwandfrei bescheinigt.

-Da die Kassenführung für in Ordnung befunden wurde, konnte dem Kassenwart und dem gesamten Vorstand durch die anwesenden Vereinsmitglieder einstimmig Entlastung erteilt werden.

-Als Kassenprüfer für 2020 wurden Adele Koch und Gundi Höfener gewählt,

als Ersatzkandidat: Heiner Bause .

-Günter Büning legte nach jahrelanger Mitarbeit im Beirat sein Mandat nieder und wurde mit einem Präsent und einer Urkunde  durch Edgar Winter verabschiedet. Die Versammlung wählte Heinz Middendorf einstimmig als neues Mitglied in den Beirat.

-Edgar Winter schlug den Mitgliedern die Erhöhung des Familienbeitrages für den Heimatverein auf jährlich € 10,00 vor. Der Beitrag für Einzelpersonen bleibt unverändert bei € 5,00. Für den Vorschlag gab es 62 Ja und 3 Neinstimmen.

-Anschließend stellte Edgar Winter den Besuchern die Termine des Heimatvereins für 2020/2021 vor.

-Der Preis für ehrenamtliche Tätigkeit in Appelhülsen in Höhe von € 200,00 wurde an die Freiwillige Feuerwehr Appelhülsen verliehen. Patrick Castelle und Achim Glombitza nahmen die Auszeichnung entgegen.

-In seinem Vortrag stellte Edgar Winter Edikte zur Einberufung von Soldaten und zur angeordneten Trauer aus dem 18. Jahrhundert vor.

Die Versammlung begann um 19 Uhr und wurde um 20:35 Uhr beendet.

 

Appelhülsen, 28. Januar 2020

Klaus Kisse -Schriftführer-

Jahresbericht 2018
Jahresbericht 2017

Heimatverein Appelhülsen

 

Protokoll der Mitgliederversammlung vom 29. Januar 2018

 

-Manfred Rickert eröffnete die form- und fristgerecht einberufene Versammlung. Er konnte 59 Mitglieder begrüßen.

-Nach dem Gedenken an die verstorbenen Vereinsmitglieder verlas der Schriftführer Klaus Kisse das Protokoll der Mitgliederversammlung vom

30. Januar 2017.

-In seinem nachfolgenden Jahresbericht fasste er kurz die vielen Aktivitäten des Heimatvereins aus dem Jahr 2017 zusammen.

-Seitens der Anwesenden wurden keine Einwände sowohl gegen das Protokoll als auch gegen den Jahresbericht erhoben.

-Der Kassenbericht wurde von Ingrid Wolken vorgetragen. Sie informierte die anwesenden Mitglieder über die Ein- und Ausgaben und die Rücklagen des Heimatvereins im Jahr 2017.

-Die Kassenprüfer Cilly Bendig und Eberhard Störkmann haben die Kassenführung des Heimatvereins überprüft und als absolut einwandfrei bescheinigt.

-Da die Kassenprüfung für in Ordnung befunden wurde, konnte dem Kassenwart und dem gesamten Vorstand durch die anwesenden Vereinsmitglieder einstimmig Entlastung erteilt werden.

-Als Kassenprüfer für 2018 wurden Eberhard Störkmann und Klemens Bause gewählt.

-Anschließend standen die Wahlen für den 1. und 2. Vorsitzenden des Heimatvereins auf dem Programm der Mitgliederversammlung.

Als 1. Vorsitzender wurde Edgar Winter für 4 Jahre gewählt.

Als 2. Vorsitzender wurde Manfred Rickert für 1 Jahr gewählt.

Die Kandidaten wurden jeweils einstimmig gewählt und nahmen ihre Wahl an.

-Manfred Rickert stellte den Besuchern die Termine des Heimatvereins für

2018/2019 vor. In diesem Jahr besteht der Heimatverein 70 Jahre.

-Den Preis für ehrenamtliche Tätigkeit in Appelhülsen in Höhe von € 200,00

wurde in diesem Jahr Frau Rosi Gaffrey überreicht.

-Für ihre Arbeit im Heimatverein wurden in der Versammlung besonders

Manfred Rickert, Günter Büning, Anni Wessendorf und die Damen vom

Küchenteam geehrt.

-Edgar Winter stellte in seinem Vortrag den Besuchern den Elisabethverein in Appelhülsen aus dem 19. Jahrhundert vor.

Die Versammlung begann um 19 Uhr und wurde um 20.45 Uhr beendet.

 

Appelhülsen, 30. Januar 2018

Klaus Kisse -Schriftführer-

Jahresbericht 2016

 

 

 

 

 

 

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Jahresbericht 2015
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Jahresbericht 2014

Jahresbericht über die Aktivitäten des Heimatvereins im Jahr 2014

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Pressebericht

Appelhülsen - 

 

Eine Studienfahrt des Heimatvereins Appelhülsen nach Mecklenburg-Vorpommern begeistert.

 

Der Heimatverein Appelhülsen zieht ein positives Fazit seiner Studienreise nach Mecklenburg-Vorpommern. Die Fahrt sei „ein voller Erfolg“ gewesen, bilanzierte Vorsitzender Manfred Rickert.

Mit 39 Teilnehmern, leider mussten fünf Ehepaare kurzfristig absagen, so der Heimatverein, ging es zur Residenzstadt Schwerin, auch Stadt der Seen genannt. Hier bekam die Reisegruppe durch fachkundige Stadtführer beste Eindrücke von der Stadt. Ein gemeinsames Abendessen in einem Fischrestaurant schloss diesen Tag ab.

Am nächsten Morgen führte eine Besichtigung durch das Schloss, in dem auch die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern untergebracht ist. Danach gab es eine Stärkung in der Orangerie mit Blick auf den See. Am Nachmittag konnte die Reisegruppe bei strahlendem Sonnenschein eine zweistündige Schifffahrt über die Seenplatte genießen. Das Jagdschloss Ludwigslust, ehemals Residenzstadt der Herzöge, mit der architektonisch interessanten Hofkirche und einem großen Schlosspark wurde ebenfalls besichtigt.

Am dritten Tag ging die Fahrt in die Hansestadt Rostock. Sie ist nicht nur eine Seestadt, sondern auch Technologiezentrum und älteste Universitätsstadt Nordeuropas. Nach dem Rundgang durch die sehr gut restaurierte Altstadt ging es in die St. Marienkirche. Beeindruckend waren die alte Weltzeituhr, der erst acht Tage zuvor fertiggestellte Predigtstuhl und die renovierte Orgel. Eine einstündige Schiffsreise führte vom Rostocker Stadthafen über die Warnow bis Warnemünde, vorbei an mehreren Fähren, Frachtern und an der AIDAmar, etlichen neuen Industrieanlagen, neuen Hotelanlagen und Jachthäfen. Zum Abendessen fuhr die Gruppe über Bad Doberan, Heiligendamm und Kühlungsborn, teilweise begleitet von der Mollibahn, nach Wismar. Nach der Stärkung im ältesten und weltweit bekannten Restaurant „Alter Schwede“ ging es zurück nach Schwerin. Die Rückfahrt führte dann über Lüneburg. Einen besonderen Eindruck hinterließen hier die zwei temperamentvollen Stadtführer, die durch die sehr gut erhaltene Altstadt mit den zahlreichen historischen Backsteinbauten führten.

Alle Teilnehmer waren sich einig: „Eine Reise nach Mecklenburg-Vorpommern lohnt sich.“

 

 

                                       Gruppenbild vor dem Schloss Schwerin: Die Appelhülsener Reisegruppe war begeistert von den                       

kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten in Mecklenburg-Vorpommern. Foto Heimatverein

 

Weg im Frenkingswald wieder instand gesetzt

 

Appelhülsen - 

Vor handfester Arbeit haben die Mitglieder des Heimatvereins keine Angst. Jetzt griffen sie zu Schaufel und Harke und brachten den Weg im Frenkingswald auf Vordermann. Ein großer Dank geht an die Gemeindewerke Nottuln.

 

 

Mit großer Unterstützung von Dipl.-Ing. Daniel Krüger und Wolfgang Beckersjürgen von den Gemeindewerken Nottuln wurde nun die Wegstrecke durch den Frenkingswald vom Parkplatz Frenkingshof bis zur Blumensiedlung mit Hilfe von Mitgliedern des Heimatvereins Appelhülsen wieder aufgearbeitet und instand gesetzt.

Die zwei Lkw-Ladungen roter Asche verteilte Willi Wessels mit seinem Radlader, und die Mannschaft des Heimatvereins präparierte mit Schüppe und Großharken die Wegstrecke. Der Bauhof der Gemeinde sorgte schließlich mit der Walze für den notwendigen Feinschliff.

Als Dankeschön versorgte eine Nachbarin die Mannschaft mit Kaffee und selbst gebackenem Rhabarberkuchen.

Nicht nur der Heimatverein, auch die Kinder des Josefs-Kindergartens bitten alle Hundebesitzer um Rücksichtnahme und Anleinen der Hunde. „Der Frenkingswald ist als Kinderspielplatz zugeordnet und nicht als Hundeklo“, betont der Heimatverein.

 

 

 

Das Foto zeigt die fleißigen Helfer vom Heimatverein (es fehlt Achim Scharfenberg). Foto: Heimatverein

 

 

 

 

 

 

Pressebericht zur Jahrenshauptverammlung 2016

 


 

 


 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

Appelhülsen/Nordenham - 

71 Jahre nach seiner Flucht von Nordenham nach Appelhülsen ist der 88-jährige Johannes Reher an den Ort zurückgekehrt, an dem er das Ende des Krieges erlebt hat. Und von dem aus er in die Heimat zurückgekommen ist.

Von Frank Lorenz

Es ist wie eine Reise in die Vergangenheit. Genauer gesagt: 71 Jahre zurück. Johannes Reher steht am Rand der Bundesstraße 212 zwischen Blexersande und Rahden und blickt auf die Felder. „Dort standen die Baracken“, erinnert er sich. Zum Ende des Zweiten Weltkriegs war der 88-Jährige dort stationiert. Und von dort brach er auf zu seiner abenteuerlichen Flucht zurück in seine Heimat nach Appelhülsen. Von da aus ist Johannes Reher kürzlich zurückgekehrt nach Nordenham. An den Ort, an dem er das Kriegsende am eigenen Leib miterlebt hat.

Als 17-Jähriger war er Ende September 1944 als Soldat nach Nordenham verlegt worden. „Ich hatte im elterlichen Betrieb Tischler gelernt. Daher sollte ich für die Wehrmacht Baracken errichten.“ Diese Baracken stellte er mit seiner Einheit unter anderem in Einswarden und in anderen Orten der Wesermarsch auf.

Stationiert war er mit einem guten Dutzend Kameraden in Blexersande. „Vom Krieg haben wir dort nicht viel mitbekommen.“ Seine Einheit gehörte dem sogenannten Küstennebelschutz an. „Im Falle eines feindlichen Luftangriffs hätten wir Nebelbomben zünden sollen, um die Industriebetriebe zu verhüllen.“ Eingesetzt worden sei dieses Mittel in seiner Nordenhamer Zeit nie. Woran er sich auch noch erinnert: „Wir sollten Mannlöcher graben, in denen Soldaten sich hätten verstecken können. Aber die Löcher liefen aufgrund des Marschbodens sofort wieder voll.“

Der Winter 1944 sei früh eingetreten. An Heiligabend habe er mit einem Kameraden den Gottesdienst in Einswarden besuchen dürfen. „Das hatte zur Folge, dass ich am Tag darauf Kartoffeln schälen musste“, sagt Johannes Reher. „So war das damals.“

Als am 2. Mai 1945 kanadische Truppen die Kontrolle übernahmen und die Wehrmachtsoldaten entwaffneten, kamen Reher und seine Kameraden in Gefangenschaft. „Wir wurden auf dem Gelände eines der Industriebetriebe gefangen gehalten.“ Einige Tage mussten sie auf dem Militärflugplatz in Einswarden mithelfen. „Dann hieß es, wir sollten nach Belgien verlegt werden.“

Daraufhin fällte der Appelhülsener eine Entscheidung: Er wollte nach Hause entfliehen. „Die Bewachung war nicht allzu stark, und in den Vortagen waren bereits mehrere Mitgefangene geflüchtet.“ In der Nacht zum 20. Mai, dem Pfingstsonntag, war es soweit. Im Schutz der Dunkelheit stahl sich Johannes Reher aus dem Lager und lief zu Fuß los. „Ich musste natürlich immer abseits der Hauptstraßen bleiben, um nicht erwischt zu werden. Schließlich trug ich immer noch meine Wehrmachtsuniform.“

Den ganzen Tag lief er durch. An der Hunte hatte er Glück. „Da waren zwei Jungen mit einem Boot, die mich über den Fluss hinübergebracht haben. Alle Brücken wurden ja von den Alliierten kontrolliert.“

Auch danach blieb Johannes Reher das Glück hold. Vielfach versorgten ihn Bauern mit Nahrung oder einem Schlafplatz, eine Frau gab dem 17-Jährigen die Zivilkleidung ihres im Krieg gefallenen Sohnes, und für die letzte Etappe seiner Tour erhielt er sogar ein Fahrrad. „Die Menschen im Norden waren überall sehr hilfsbereit. Das habe ich bis heute nicht vergessen“, sagt Johannes Reher, der später als Architekt und Bauingenieur arbeitete.

Elf Tage dauerte seine Flucht über Neuenhuntorf, Kirchhatten, Emstek, Gehrde und Brochterbeck zurück nach Appelhülsen – rund 220 Kilometer zu Fuß und mit dem Fahrrad. „Aber selbst an mein Elternhaus musste ich mich noch von hinten anschleichen, da die Alliierten hier patrouillierten.“ Das Glück komplett machte, dass bis auf einen Bruder auch seine anderen Geschwister heil aus dem Krieg zurückkehrten.

Seither hat er die Wesermarsch nur selten besucht. „Einmal waren wir mit einem Gesangverein in Fedderwardersiel. Aber die Gelegenheit, mir alles noch einmal genau anzusehen, habe ich erst jetzt genutzt.“ Gemeinsam mit seinen Freunden, dem Ehepaar Christel und Manfred Rickert, war er jetzt nach Nordenham gefahren.

Eine besondere Begegnung gab es bei seiner Wiederkehr nach Blexersande auch noch. Dort hatte Johannes Reher in einer Zimmerei einige Male an der Werkbank gestanden. „Ich habe da während der Militärzeit mitgeholfen. Wir waren ja ganz in der Nähe untergebracht. Außerdem musste ich für einen meiner Offiziere eine Rasierstütze für den Nacken aus Holz anfertigen. Später wollte er noch eine weitere – und zwar höhenverstellbar.“

Als er das Grundstück der früheren Zimmerei betritt, kommt die Tochter des damaligen Zimmerermeisters vor die Tür. Wilma Elb ist 87 Jahre alt und kann sich noch an die Soldaten erinnern, die damals direkt neben ihrem Elternhaus untergebracht waren. Und auch an einen jungen Mann in ihrem Alter, der dann eines Nachts geflohen ist...

 

 

 

 

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