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Jahresbericht 2015

25.01.2016
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Heimatverein  Appelhülsen

 

Jahresbericht über die Aktivitäten des Heimatvereins im Jahr 2015

 

Auch im Jahr 2015 waren die Mitglieder des Heimatvereins wieder sehr aktiv.

Ich werde aber in meinem Bericht alles nur kurz anreißen, um den Zeitrahmen dieser Mitgliederversammlung nicht zu sprengen.

 

 An der 15. Krippenfahrt des Heimatvereins am 3. Januar  nahmen 37 Krippenfreunde teil. Die erste Station der Fahrt war die Krippe in der Heilig-Geist-Kirche in Münster. Anschließend besichtigten die Teilnehmer die große Krippenlandschaft im Clemenshospital. Von dort ging es zur Krippe in der Kirche der Alexianer im Haus Kannen. Im dortigen Cafe wurde gemeinsam Kaffee getrunken.

 

Zum Grünkohlessen im Kaminzimmer des Frenkings Hofs am 11. Januar konnten wir über 80 Besucher begrüßen. Die Gäste wurden dort vom Küchenteam des Heimatvereins bestehend aus: Hildegard Höing, Ingrid Wolken und Annette Schlesiger-Kisse versorgt. Für die Getränkeversorgung waren Anni Wessendorf, André Schmidt, Manfred Rickert und Klaus Kisse zuständig.

 

Am 11. März fand im Speicher des Frenkings Hofs eine Autorenlesung mit Dieter Klein statt. Er las aus seinem Buch „Auf Rattenjagd“. 20 Besucher lauschten den spannenden Ausführungen von Dieter Klein.

 

Am 18. März wurden unsere Bänke in ihrem Winterquartier bei Willi Wessels von Heinz Kranz, Horst Klapper, Manfred Rickert und Klaus Kisse neu gestrichen und auf die Sommersaison vorbereitet. Ein besonderer Dank gilt Willi Wessels der uns seine Scheune als Unterstellmöglichkeit für unsere Bänke zur Verfügung stellt.

 

Unter Führung des Panama-Aktions-Teams fand am 21. März die Müllsammelaktion aller Vereine  in Appelhülsen statt.  Leider beteiligten sich nur 4 Mitglieder des Heimatvereins an der Aktion.

 

Mit 18 Teilnehmern ging es am 25. März zur Besichtigung des Wasserwerks am Halterner Stausee. Bei der dortigen Führung erfuhren die Besucher viele interessante Details über unsere Versorgung mit Trinkwasser.

 

Am Ostersonntag, den 5. April wurde das Osterfeuer auf der Wiese der Familie Geßmann entzündet. Der Heimatverein verteilte viele bunte Ostereier an die zahlreichen Besucher.

 

 

Der Heimatverein startete am 16. April einen Nachmittagsausflug zur Burg Hülshoff . Frau Margit Dohrenbusch führte die Gruppe durch die Burg und brachte uns das Leben der Burgbewohner näher. Im Schlosscafe fand der Nachmittag seinen Abschluss.

 

An der Tagesfahrt nach Bonn, am 7. Mai nahmen über 40 Personen teil.

Bei einer Führung durch das Haus der Geschichte und durch die Altstadt von Bonn erfuhren die Teilnehmer viel Wissenswertes über die Entstehung der Bundesrepublik und über die ehemalige Landeshauptstadt. Auf der Rückfahrt wurde an der Rheinpromenade in Königswinter zum Kaffeetrinken Station gemacht.

 

Am 30. April wurde wieder der Maibaum am Frenkings Hof aufgestellt.

Die Aktion wurde mit Unterstützung des MGV, der freiwilligen Feuerwehr Appelhülsen, dem Panama-Aktions-Team, der Kolpingfamilie und des Heimatvereins durchgeführt. Wir waren mit unserem Grillstand vor Ort.

Aus dem Erlös der Aktion wurden für die neuen Trauerräume in Appelhülsen 500,00 € gespendet.

 

Allen Helfern vielen Dank.

 

An unserer Jahresfahrt nach Flandern, vom 25. bis 28. Juni nahmen  40 Personen teil. Sie besuchten unter anderem die Universitätsstadt Leuven, Mechelen, Gent und die zum UNESCO-Welterbe gehörenden Stadt Brügge, das Venedig des Nordens.  Auf der Rückreise wurde Brüssel besichtigt. Dort führte die Stadtrundfahrt am königlichen Schloss und den Büros der EU vorbei.

Höhepunkt war der Grand Place, einer der schönsten Plätze Europas. Die Mitfahrer lobten Manfred Rickert für die gute Organisation der interessanten Reise.

 

Am 6. September stand die Pättkesfahrt auf dem Programm. Die Fahrt ging zur  Wassermühle der Familie Schulze Westerrat. Dort folgte für die 45 Teilnehmer eine Führung durch die Mühle. Zur Stärkung der Radfahrer war bereits der Grill an der Reithalle in Appelhülsen aufgebaut.

 

Über 20 Aussteller hatten ihre Produkte auf unserer Hobbykunst-Ausstellung am 19. und 20. September im Frenkings Hof ausgestellt. André  Schmidt und Günter Bending sorgten für die Organisation. Wegen der fehlenden Kirmes war der Besucherandrang der Ausstellung überschaubar.

 

Erntedank mit der Einholung des Maibaums wurde am 4. Oktober gefeiert.

Josef Holthaus und Günter Bending hatten mit Hilfe des MGV, der Feuerwehr,der Kolpingfamilie, des Panama-Aktions-Teams und des Heimatvereins ein buntes Programm zusammengestellt. Bei gutem Wetter fanden viele Besucher den Weg zum Frenkings Hof  wo sie sich an den Würstchen vom Grill des Heimatvereins stärken konnten. Für den Heimatverein waren im Einsatz:

Theresia, Annette, Josef und Günter Büning.

 

Am 18. November fand unser Herdfeuerabend statt. Über 120 Besucher lauschten dem sehr interessanten Vortrag von Dr. Dieter Potente über das Kriegsende in Dülmen, Buldern und Appelhülsen. Christel Rickert las den Besuchern aus dem Kriegstagebuch von Hildegard Möller, geb. Siebeneck vor. Den Gästen schmeckten die von Annette, Theresia, Christine, Ingrid und Hildegard selbst gebackenen Plätzchen, Nussecken und Spekulatius sehr gut. Der MGV rundete mit seinen Liedern die Veranstaltung ab.

 

Der Weihnachtsbaum am Frenkings Hof wurde am 28. November vom Team um Josefs Holthaus  und Günter Bending aufgebaut. Josef Große Wiesmann war mit seinem Traktor wie immer hilfsbereit zur Stelle.

 

Zum dritten Mal fand die Krippenausstellung des Heimatvereins am 5. und 6. Dezember im evangelischen Friedenshaus statt. Den Organisatoren der Ausstellung  Dirk Randhahn und Klaus Kisse ist es wieder gelungen über 22 verschiedene Krippen den Besuchern zu präsentieren. Durch den Carsten Herglotz  gestifteten Weihnachtsbaum wurde das festliche Ambiente des Friedenshauses unterstützt. Viele Besucher haben die Ausstellung und die Atmosphäre des Friedenshauses gelobt. Wer seine Krippe bei unserer diesjährigen Ausstellung ausstellen möchte, möge sich bitte bei mir melden.

 

Der Heimatverein bedankt sich recht herzlich bei allen Helferinnen und Helfern,

die diese vielen Aktionen erst möglich gemacht haben.

 

Jede neue helfende Hand ist herzlich willkommen.

 

 

 

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Appelhülsen/Nordenham - 

71 Jahre nach seiner Flucht von Nordenham nach Appelhülsen ist der 88-jährige Johannes Reher an den Ort zurückgekehrt, an dem er das Ende des Krieges erlebt hat. Und von dem aus er in die Heimat zurückgekommen ist.

Von Frank Lorenz

Es ist wie eine Reise in die Vergangenheit. Genauer gesagt: 71 Jahre zurück. Johannes Reher steht am Rand der Bundesstraße 212 zwischen Blexersande und Rahden und blickt auf die Felder. „Dort standen die Baracken“, erinnert er sich. Zum Ende des Zweiten Weltkriegs war der 88-Jährige dort stationiert. Und von dort brach er auf zu seiner abenteuerlichen Flucht zurück in seine Heimat nach Appelhülsen. Von da aus ist Johannes Reher kürzlich zurückgekehrt nach Nordenham. An den Ort, an dem er das Kriegsende am eigenen Leib miterlebt hat.

Als 17-Jähriger war er Ende September 1944 als Soldat nach Nordenham verlegt worden. „Ich hatte im elterlichen Betrieb Tischler gelernt. Daher sollte ich für die Wehrmacht Baracken errichten.“ Diese Baracken stellte er mit seiner Einheit unter anderem in Einswarden und in anderen Orten der Wesermarsch auf.

Stationiert war er mit einem guten Dutzend Kameraden in Blexersande. „Vom Krieg haben wir dort nicht viel mitbekommen.“ Seine Einheit gehörte dem sogenannten Küstennebelschutz an. „Im Falle eines feindlichen Luftangriffs hätten wir Nebelbomben zünden sollen, um die Industriebetriebe zu verhüllen.“ Eingesetzt worden sei dieses Mittel in seiner Nordenhamer Zeit nie. Woran er sich auch noch erinnert: „Wir sollten Mannlöcher graben, in denen Soldaten sich hätten verstecken können. Aber die Löcher liefen aufgrund des Marschbodens sofort wieder voll.“

Der Winter 1944 sei früh eingetreten. An Heiligabend habe er mit einem Kameraden den Gottesdienst in Einswarden besuchen dürfen. „Das hatte zur Folge, dass ich am Tag darauf Kartoffeln schälen musste“, sagt Johannes Reher. „So war das damals.“

Als am 2. Mai 1945 kanadische Truppen die Kontrolle übernahmen und die Wehrmachtsoldaten entwaffneten, kamen Reher und seine Kameraden in Gefangenschaft. „Wir wurden auf dem Gelände eines der Industriebetriebe gefangen gehalten.“ Einige Tage mussten sie auf dem Militärflugplatz in Einswarden mithelfen. „Dann hieß es, wir sollten nach Belgien verlegt werden.“

Daraufhin fällte der Appelhülsener eine Entscheidung: Er wollte nach Hause entfliehen. „Die Bewachung war nicht allzu stark, und in den Vortagen waren bereits mehrere Mitgefangene geflüchtet.“ In der Nacht zum 20. Mai, dem Pfingstsonntag, war es soweit. Im Schutz der Dunkelheit stahl sich Johannes Reher aus dem Lager und lief zu Fuß los. „Ich musste natürlich immer abseits der Hauptstraßen bleiben, um nicht erwischt zu werden. Schließlich trug ich immer noch meine Wehrmachtsuniform.“

Den ganzen Tag lief er durch. An der Hunte hatte er Glück. „Da waren zwei Jungen mit einem Boot, die mich über den Fluss hinübergebracht haben. Alle Brücken wurden ja von den Alliierten kontrolliert.“

Auch danach blieb Johannes Reher das Glück hold. Vielfach versorgten ihn Bauern mit Nahrung oder einem Schlafplatz, eine Frau gab dem 17-Jährigen die Zivilkleidung ihres im Krieg gefallenen Sohnes, und für die letzte Etappe seiner Tour erhielt er sogar ein Fahrrad. „Die Menschen im Norden waren überall sehr hilfsbereit. Das habe ich bis heute nicht vergessen“, sagt Johannes Reher, der später als Architekt und Bauingenieur arbeitete.

Elf Tage dauerte seine Flucht über Neuenhuntorf, Kirchhatten, Emstek, Gehrde und Brochterbeck zurück nach Appelhülsen – rund 220 Kilometer zu Fuß und mit dem Fahrrad. „Aber selbst an mein Elternhaus musste ich mich noch von hinten anschleichen, da die Alliierten hier patrouillierten.“ Das Glück komplett machte, dass bis auf einen Bruder auch seine anderen Geschwister heil aus dem Krieg zurückkehrten.

Seither hat er die Wesermarsch nur selten besucht. „Einmal waren wir mit einem Gesangverein in Fedderwardersiel. Aber die Gelegenheit, mir alles noch einmal genau anzusehen, habe ich erst jetzt genutzt.“ Gemeinsam mit seinen Freunden, dem Ehepaar Christel und Manfred Rickert, war er jetzt nach Nordenham gefahren.

Eine besondere Begegnung gab es bei seiner Wiederkehr nach Blexersande auch noch. Dort hatte Johannes Reher in einer Zimmerei einige Male an der Werkbank gestanden. „Ich habe da während der Militärzeit mitgeholfen. Wir waren ja ganz in der Nähe untergebracht. Außerdem musste ich für einen meiner Offiziere eine Rasierstütze für den Nacken aus Holz anfertigen. Später wollte er noch eine weitere – und zwar höhenverstellbar.“

Als er das Grundstück der früheren Zimmerei betritt, kommt die Tochter des damaligen Zimmerermeisters vor die Tür. Wilma Elb ist 87 Jahre alt und kann sich noch an die Soldaten erinnern, die damals direkt neben ihrem Elternhaus untergebracht waren. Und auch an einen jungen Mann in ihrem Alter, der dann eines Nachts geflohen ist...

 

 

 

 

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