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Jahresbericht 2014

22.02.2015
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Heimatverein Appelhülsen e.V.

Jahresbericht über die Aktivitäten des Heimatvereins im Jahr 2014

Auch im Jahr 2014 waren die Mitglieder des Heimatvereins wieder sehr aktiv.

Ich werde aber in meinem Bericht alles nur ganz kurz anreißen.
 

  • An der 14. Krippenfahrt des Heimatvereins am 4.1.2014 nahmen 43 Krippenfreunde teil.  Die Fahrt ging ins Religio Museum nach Telgte. Dort wurden wir durch die Krippenausstellung geführt. Die Ausstellung stand unter dem Titel: „Lasst uns das Kindlein wiegen“.
     
  • Am 11.1.2014 wurde der Weihnachtsbaum vor dem Frenkings Hof von den fleißigen Helfern wieder abgebaut.
     
  • Zum Grünkohlessen am 19. Januar konnten wir viele Gäste im Kaminzimmer des Frenkings Hofes begrüßen. Der Grünkohl fand reißenden Absatz. Einen besonderen Dank möchte ich dem Helferteam Ingrid Wolken, Theresia Bruns, Hildegard Höing, Anni Wessendorf, Annette Schlesiger-Kisse und Günter Büning aussprechen.
     
  • Am 27. Januar fand unsere Mitgliederversammlung statt. Das Protokoll habe ich eben vorgelesen.
     
  • Die jährliche Müllsammelaktion der Appelhülsener Vereine fand am 22. März unter der Federführung des Schützenvereins statt. Leider nahmen nur 4 Personen des Heimatvereins teil.
     
  • Im März wurden die Bänke des Heimatvereins aus dem Winterquartier bei Familie Wessels geholt. Die Bänke wurden von Heinz Kranz, Horst Klapper und Manfred Rickert abgeschliffen, neu gestrichen und in und um Appelhülsen für die Spaziergänger und Radfahrer wieder aufgestellt. 
     
  • Am 15. April wurde im Beisein seiner alten Mitstreiter aus dem Heimatverein der Heinz Thieme Weg eingeweiht. Im November stellte die Gemeinde Nottuln dort das offizielle Straßenschild mit dem Schriftzug „Heinz Thieme Weg“ auf.
     
  • Beim traditionellen Dorf-Osterfeuer auf der Wiese der Familie Gessmann am 20. 4. verteilte der Heimatverein wieder bunte Eier an die Kinder.
     
  • Am 30. April stellte das Maibaum-Aktionsteam aus Mitgliedern des MGV, der freiwilligen Feuerwehr, des Panama-Aktionsteams, der Kolpingsfamilie und des Heimatvereins am Frenkings Hof den Maibaum auf. Günter Bendig und Josef Holthaus hatten wieder ein buntes Programm vorbereitet. Die vom Heimatverein gegrillten Würstchen fanden reißenden Absatz. Vielen Dank unseren fleißigen Helfern: Theresia, Ingrid, Annette, Günter, Dieter, Josef und Manfred.         
     
  • Die für den 13. Mai geplante Tagesfahrt nach Xanten musste leider wegen zu geringer Teilnehmerzahl abgesagt werden.
     
  • In der Zeit vom 26. bis 29 Juni fand unsere Jahresfahrt ins Frankenland nach Nürnberg, Regensburg, Bamberg, Bayreuth und Würzburg statt. In Nürnberg waren wir im zentral gelegenen Dürer-Hotel untergebracht. Am Nachmittag wurden wir durch die Nürnberger Altstadt geführt. Am zweiten Tag haben wir die historische Altstadt von Regensburg und das Schloss besichtigt. Bamberg und Bayreuth standen am Samstag auf dem Besichtigungsprogramm. Unser Abendessen nahmen wir in verschiedenen Gasthäusern in Nürnberg ein.

    Auf der Rückfahrt machten wir Station in Würzburg. Dort besichtigten wir die beeindruckende Würzburger Residenz. Mit vielen neuen Eindrücken erreichten wir abends wieder Appelhülsen. Die Teilnehmer lobten Manfred für die gute Organisation dieser Reise und freuen sich bereits auf die diesjährige Fahrt des Heimatvereins nach Flandern.
     
  • Bei schönem Wetter nahmen 50 Personen an unserer Pättkesfahrt am 7.September teil. Erste Station war der Hof von Familie Gessmann . Dort gratulierten die Teilnehmer nachträglich Toni und Karl Gessmann zu ihrer goldenen Hochzeit. Von dort ging es in Richtung Bösensell. Auf der Rückfahrt reichten uns Adele und Ewald Koch auf ihrem Hof einen Satteltrunk. An der Reithalle in Appelhülsen fand die Fahrt mit gegrillten Würstchen und gekühlten Getränken ihren Abschluss. Für die Bewirtung sorgten Ingrid, Theresia, Annette und Josef. Unser Dank gilt besonders dem Reiterverein Appelhülsen, der uns wieder seine Anlage zur Verfügung stellte.

     
  • Am 5. Oktober wurde der Maibaum eingeholt und Erntedank gefeiert. Der Heimatverein war wieder mit seinem Grill- und Küchenteam vor Ort.
     
  • Beim Herdfeuerabend im Frenkings Hof am 19. November konnten wir über 100 Gäste begrüßen. Für die musikalische Untermalung sorgten der MGV und  die Freien Jagdhornbläser aus Bredenbeck. Margit Dohrenbusch als Annette von Droste Hülshof gab den Besuchern Einblicke in das Leben der Droste. Die von Theresia, Christine, Ingrid, Hildegard und Annette gebackenen Plätzchen, Spekulatius, Spritzgebäck und Nussecken schmeckten den Gästen sehr gut.
     
  • Am 29. November wurde wieder der Weihnachtsbaum am Frenkings Hof aufgestellt und geschmückt. Als Helfer waren dabei: Günter Bendig, Josef Holthaus, Josef Große Wiesmann, Heinrich Lenz und andere. Der schöne, große Baum wurde gestiftet von der Familie Simalla.
     
  • Zum zweiten Mal fand die Krippenausstellung des Heimatvereins am 6. und 7. Dezember im Evangelischen Friedenshaus statt. Den Organisatoren der Ausstellung Dirk Randhahn und Klaus Kisse ist es gelungen, über 20 Aussteller zu finden, die ihre Krippen für die Ausstellung zur Verfügung stellten.
     
  • Durch den von Klaus Wichmann gespendeten Weihnachtsbaum wurde das festliche Ambiente des Friedenshauses unterstützt. Viele Besucher haben die Ausstellung und die Atmosphäre des Friedenshauses gelobt.   

     

Der Heimatverein bedankt sich recht herzlich bei allen Helferinnen und Helfern, die diese vielen Aktionen erst möglich gemacht haben. Jede neue helfende Hand ist herzlich willkommen.   

 
(gez. Klaus Kisse, Schriftführer des Heimatvereins Appelhülsen)

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Appelhülsen/Nordenham - 

71 Jahre nach seiner Flucht von Nordenham nach Appelhülsen ist der 88-jährige Johannes Reher an den Ort zurückgekehrt, an dem er das Ende des Krieges erlebt hat. Und von dem aus er in die Heimat zurückgekommen ist.

Von Frank Lorenz

Es ist wie eine Reise in die Vergangenheit. Genauer gesagt: 71 Jahre zurück. Johannes Reher steht am Rand der Bundesstraße 212 zwischen Blexersande und Rahden und blickt auf die Felder. „Dort standen die Baracken“, erinnert er sich. Zum Ende des Zweiten Weltkriegs war der 88-Jährige dort stationiert. Und von dort brach er auf zu seiner abenteuerlichen Flucht zurück in seine Heimat nach Appelhülsen. Von da aus ist Johannes Reher kürzlich zurückgekehrt nach Nordenham. An den Ort, an dem er das Kriegsende am eigenen Leib miterlebt hat.

Als 17-Jähriger war er Ende September 1944 als Soldat nach Nordenham verlegt worden. „Ich hatte im elterlichen Betrieb Tischler gelernt. Daher sollte ich für die Wehrmacht Baracken errichten.“ Diese Baracken stellte er mit seiner Einheit unter anderem in Einswarden und in anderen Orten der Wesermarsch auf.

Stationiert war er mit einem guten Dutzend Kameraden in Blexersande. „Vom Krieg haben wir dort nicht viel mitbekommen.“ Seine Einheit gehörte dem sogenannten Küstennebelschutz an. „Im Falle eines feindlichen Luftangriffs hätten wir Nebelbomben zünden sollen, um die Industriebetriebe zu verhüllen.“ Eingesetzt worden sei dieses Mittel in seiner Nordenhamer Zeit nie. Woran er sich auch noch erinnert: „Wir sollten Mannlöcher graben, in denen Soldaten sich hätten verstecken können. Aber die Löcher liefen aufgrund des Marschbodens sofort wieder voll.“

Der Winter 1944 sei früh eingetreten. An Heiligabend habe er mit einem Kameraden den Gottesdienst in Einswarden besuchen dürfen. „Das hatte zur Folge, dass ich am Tag darauf Kartoffeln schälen musste“, sagt Johannes Reher. „So war das damals.“

Als am 2. Mai 1945 kanadische Truppen die Kontrolle übernahmen und die Wehrmachtsoldaten entwaffneten, kamen Reher und seine Kameraden in Gefangenschaft. „Wir wurden auf dem Gelände eines der Industriebetriebe gefangen gehalten.“ Einige Tage mussten sie auf dem Militärflugplatz in Einswarden mithelfen. „Dann hieß es, wir sollten nach Belgien verlegt werden.“

Daraufhin fällte der Appelhülsener eine Entscheidung: Er wollte nach Hause entfliehen. „Die Bewachung war nicht allzu stark, und in den Vortagen waren bereits mehrere Mitgefangene geflüchtet.“ In der Nacht zum 20. Mai, dem Pfingstsonntag, war es soweit. Im Schutz der Dunkelheit stahl sich Johannes Reher aus dem Lager und lief zu Fuß los. „Ich musste natürlich immer abseits der Hauptstraßen bleiben, um nicht erwischt zu werden. Schließlich trug ich immer noch meine Wehrmachtsuniform.“

Den ganzen Tag lief er durch. An der Hunte hatte er Glück. „Da waren zwei Jungen mit einem Boot, die mich über den Fluss hinübergebracht haben. Alle Brücken wurden ja von den Alliierten kontrolliert.“

Auch danach blieb Johannes Reher das Glück hold. Vielfach versorgten ihn Bauern mit Nahrung oder einem Schlafplatz, eine Frau gab dem 17-Jährigen die Zivilkleidung ihres im Krieg gefallenen Sohnes, und für die letzte Etappe seiner Tour erhielt er sogar ein Fahrrad. „Die Menschen im Norden waren überall sehr hilfsbereit. Das habe ich bis heute nicht vergessen“, sagt Johannes Reher, der später als Architekt und Bauingenieur arbeitete.

Elf Tage dauerte seine Flucht über Neuenhuntorf, Kirchhatten, Emstek, Gehrde und Brochterbeck zurück nach Appelhülsen – rund 220 Kilometer zu Fuß und mit dem Fahrrad. „Aber selbst an mein Elternhaus musste ich mich noch von hinten anschleichen, da die Alliierten hier patrouillierten.“ Das Glück komplett machte, dass bis auf einen Bruder auch seine anderen Geschwister heil aus dem Krieg zurückkehrten.

Seither hat er die Wesermarsch nur selten besucht. „Einmal waren wir mit einem Gesangverein in Fedderwardersiel. Aber die Gelegenheit, mir alles noch einmal genau anzusehen, habe ich erst jetzt genutzt.“ Gemeinsam mit seinen Freunden, dem Ehepaar Christel und Manfred Rickert, war er jetzt nach Nordenham gefahren.

Eine besondere Begegnung gab es bei seiner Wiederkehr nach Blexersande auch noch. Dort hatte Johannes Reher in einer Zimmerei einige Male an der Werkbank gestanden. „Ich habe da während der Militärzeit mitgeholfen. Wir waren ja ganz in der Nähe untergebracht. Außerdem musste ich für einen meiner Offiziere eine Rasierstütze für den Nacken aus Holz anfertigen. Später wollte er noch eine weitere – und zwar höhenverstellbar.“

Als er das Grundstück der früheren Zimmerei betritt, kommt die Tochter des damaligen Zimmerermeisters vor die Tür. Wilma Elb ist 87 Jahre alt und kann sich noch an die Soldaten erinnern, die damals direkt neben ihrem Elternhaus untergebracht waren. Und auch an einen jungen Mann in ihrem Alter, der dann eines Nachts geflohen ist...

 

 

 

 

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